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Danzig

 

Danzig (polnisch Gdañsk), Hafenstadt im Norden Polens, Verwaltungszentrum der Woiwodschaft Danzig. Der Seehafen mit ausgedehnten Anlagen zur Be- und Entladung von Hochseeschiffen liegt südlich der Halbinsel Hela am Zusammenfluss von Mottlau und Toter Weichsel. Mit Ausnahme der Industrieviertel und von Langgarten, dem modernen Stadtteil von Danzig, ist das mittelalterliche Stadtbild mit seinen vielen engen, gewundenen Straßen, mit Giebelhäusern und mit Steinmetzarbeiten verzierten Balkonen weitgehend restauriert. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Oberpfarrkirche Sankt Marien (1343-1505) mit dem berühmten Altargemälde Das Jüngste Gericht von Hans Memling, das gotische Rathaus, die Börse (1379), in der früher die Kaufmannsgilde ihren Sitz hatte, sowie die Pfarrkirche Sankt Katharinen. Das Langgartenviertel, das 1895 bis 1896 an der Stelle früherer Stadtbefestigungsanlagen im Nordwesten errichtet wurde, hat weiträumige öffentliche Parkanlagen und beherbergt zahlreiche moderne Bauten. Unter den Kultur- und Bildungseinrichtungen von Danzig sind die Technische Universität Danzig (1945), die Universität Danzig (1970), Musik-, Kunst- und Wirtschaftshochschulen und mehrere Theater zu erwähnen.

Danzig ist eine der wichtigsten Wirtschaftsregionen Polens. Über Binnenwasserstraßen, Straßen und Eisenbahnlinien bestehen Verbindungen nach Warschau und anderen wichtigen Städten Polens und Europas. Über den Hafen werden zusammen mit Gdingen der weitaus größte Teil der polnischen Importe und ein erheblicher Teil der Exporte abgewickelt. Die Industrie- und Hafenanlagen von Danzig wurden im 2. Weltkrieg schwer zerstört, anschließend wieder aufgebaut.

980 wurde die Stadt erstmals erwähnt. Schon bald stritten sich Brandenburg, Polen und der Deutsche Orden um Danzig. 1308 ging der Deutsche Orden als Sieger hervor. 1358 trat Danzig der Hanse bei. In den folgenden Jahrhunderten – vor allem dem 16. und 17. – entwickelte es sich zu einer der großen Handelsstädte Europas. Im Zuge der schwedisch-polnischen Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts verlor die Stadt ihre wirtschaftliche Vormachtstellung im Ostseeraum. 1793 wurde sie in der 2. Polnischen Teilung Preußen zugesprochen. Von 1807 bis 1814 war Danzig Freistaat. Im Wiener Kongress wurde die Stadt 1815 wieder Preußen zugesprochen. Gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrags von 1919 wurde Danzig Freie Stadt und der Kontrolle des Völkerbundes unterstellt (siehe Danzigfrage). Zu Beginn des 2. Weltkrieges (1939) besetzte die deutsche Wehrmacht Danzig. Auf der Potsdamer Konferenz 1945 wurde Danzig wieder Polen zugesprochen. 1970 und in den achtziger Jahren war die Stadt Schauplatz schwerer Arbeiterunruhen, zuletzt im Frühjahr 1988. Die unabhängige Gewerkschaft Solidarität (Solidarnosc) wurde 1980 in Danzig gegründet. Die Einwohnerzahl beträgt 461 300 (1997).

Quelle: Microsoft Encarta Enzyklopädie 2001


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