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Wolfsschanze

 

 

 

Claus Schenk Graf von Stauffenberg

Bei einer Lagebesprechung am 20. Juli 1944 deponierte Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944), eine der zentralen Figuren im militärischen Widerstand gegen Hitler, in Hitlers Hauptquartier, der „Wolfsschanze", eine Bombe. Als sie explodierte, war Stauffenberg bereits wieder auf dem Weg zurück nach Berlin, um sich dort dem von seinen Mitverschwörern – u. a. Generaloberst Ludwig Beck und General Friedrich Olbricht – ausgelösten Aufstand anzuschließen. Hitler hatte das Attentat jedoch leicht verletzt überlebt, und als sich die Nachricht von seinem Überleben in Berlin verbreitete, geriet der Aufstand ins Stocken und wurde schließlich rasch niedergeschlagen. Zahlreiche Widerständler wurden noch am selben Tag verhaftet, Stauffenberg, Olbricht und andere noch in der Nacht des 20. Juli standrechtlich erschossen.

Keystone Pressedienst GmbH

Bild und Text aus Microsoft Encarta Enzyklopädie 2001

 

Hitler nach dem Attentat

Am 20. Juli 1944 zündete Claus Graf Schenk von Stauffenberg bei einer Besprechung im Führerhauptquartier „Wolfsschanze" eine Bombe, die den „Führer und Reichskanzler" Adolf Hitler töten und so die Voraussetzung für den Sturz des nationalsozialistischen Regimes schaffen sollte. Das Attentat schlug fehl, Hitler wurde lediglich leicht verletzt. Das Photo zeigt Wilhelm Keitel, Hermann Göring, Adolf Hitler und Martin Bormann (von links nach rechts) kurz nach dem Attentat vor dem Hauptquartier.

Corbis

 

Bild und Text aus Microsoft Encarta Enzyklopädie 2001  

 

Zwanzigster Juli

Zwanzigster Juli, Datum des Attentatsversuchs auf Adolf Hitler im Jahr 1944 durch den konservativen militärischen deutschen Widerstand um Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg. Ziel des Attentats war der Sturz des nationalsozialistischen Regimes, die Wiederherstellung rechtsstaatlicher Verhältnisse und die Beendigung des bereits als verloren erkannten Krieges, eventuell aber auch lediglich der Sonderfriede mit dem Westen, um die deutschen Reichsgrenzen von 1914 zu sichern.

In der militärischen Führung bildeten sich bereits 1938, verstärkt dann ab 1943 Widerstandsgruppen, und zwar im Oberkommando des Heeres um die Generäle Ludwig Beck und Friedrich Olbricht sowie im Oberkommando der Wehrmacht um Admiral Wilhelm Canaris sowie um Generalmajor Henning von Tresckow an der Ostfront, um General Karl-Heinrich von Stülpnagel und um die Generalfeldmarschälle Erwin von Witzleben und Erwin Rommel. Der militärische Widerstand stand in Kontakt mit dem konservativ-bürgerlichen politischen Widerstand um die Diplomaten Ulrich Freiherr von Hassell und Friedrich Werner Freigraf von Schulenburg sowie die Politiker Carl Goerdeler und Julius Leber.

Unter der Bezeichnung Operation Walküre existierten von der Regierung erarbeitete Pläne, die den Einsatz des Ersatzheeres zur Niederschlagung von Unruhen im Inneren organisierten. Diese Operation Walküre machte sich der militärische Widerstand ab Sommer 1943 zunutze; auf Betreiben Tresckows entwickelte Stauffenberg, seit September 1943 beim Oberkommando des Heeres beschäftigt, unter Einbeziehung der Walküre detaillierte Umsturzpläne: Ausgangspunkt war ein Attentat auf Hitler; bei den darauf folgenden inneren Unruhen sollte der Walküre-Befehl gegeben werden – allerdings sollte das Ersatzheer nicht gegen „Unruhestifter" eingesetzt werden, sondern es sollte die Schaltstellen von NSDAP, SS und Gestapo sowie Fernmelde- und Rundfunkeinrichtungen besetzen. Nach erfolgtem Umsturz sollte eine vom militärischen und vom politischen Widerstand gebildete Regierung die Macht übernehmen; als Reichskanzler war Goerdeler vorgesehen, als Innenminister Leber, als Außenminister Hassell und als Oberbefehlshaber der Wehrmacht Witzleben.

Am 1. Juli 1944 wurde Stauffenberg zum Stabschef des Befehlshabers des Ersatzheeres ernannt. In dieser Funktion hatte er das Recht, sowohl direkt bei Hitler vorstellig zu werden, als auch den Walküre-Befehl auszulösen (Stauffenbergs direkter Vorgesetzter, der Befehlshaber des Ersatzheeres Friedrich Fromm, hatte sich dem aktiven Widerstand verweigert). Stauffenberg war also prädestiniert, sowohl das Attentat auf Hitler auszuführen, als auch die Führung des Aufstandes zu übernehmen.

Der Versuch, Hitler durch eine Bombe umzubringen, scheiterte zweimal, am 11. und am 15. Juli. Am 20. Juli dann gelang es Stauffenberg, den in einer Aktentasche verborgenen Sprengsatz bei einer Sitzung im Führerhauptquartier „Wolfsschanze" bei Rastenburg in Ostpreußen (heute Ketrzyn, Polen) zur Detonation zu bringen. Hitler überlebte leicht verletzt, da die Unterredung nicht wie gewöhnlich im Bunker, sondern in einer Holzbaracke stattfand, die der Druckwelle nachgab.

Der militärische Widerstand in Berlin reagierte auf die Nachricht, dass Hitler überlebt hatte, unentschlossen, und bis zum Abend des 20. Juli war der Umsturzversuch in Berlin zusammengebrochen. Lediglich in Paris gelang der Wehrmacht wie geplant die Verhaftung der dortigen SS-Führung.

Stauffenberg, Olbricht und andere Widerständler wurden verhaftet und noch am selben Abend standrechtlich erschossen; Tresckow u. a. begingen Selbstmord. In den folgenden Tagen und Wochen wurden etwa 1 000 Personen verhaftet und vor dem Volksgerichtshof von Roland Freisler in Schauprozessen abgeurteilt, etwa 200 Verurteilte wurden hingerichtet, einige von ihnen wurden in Plötzensee an Fleischerhaken erhängt. Des Weiteren ordnete Hitler die Sippenhaft und Enteignung für alle Verwandten der verurteilten Widerstandskämpfer an.

Heute erinnert ein Denkmal im Innenhof des Berliner Bendlerblocks, der Zentrale des Widerstandes, an das gescheiterte Attentat. Die Bendlerstraße wurde in Stauffenbergstraße umbenannt. Auch wurde in Stauffenbergs ehemaliger Dienststelle die Gedenkstätte Deutscher Widerstand eingerichtet.

aus Microsoft Encarta Enzyklopädie 2001

 


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